Haben wir hier in Deutschland bislang immer neidisch auf Länder wie Californien, Holland und die Schweiz geschielt, weil es in diesen Ländern zumindest für schwerstkranke Einwohner möglich war, legal an Cannabis zu kommen, so brauchen wir dies nun nicht mehr zu tun.
Ein langer Satz für einen ganz kurzen Sachverhalt, der aber dennoch nicht wirklich gänzlich unspektakulär ist.
Durch immer wiederkehrende Berichterstattung wissen ja viele Leute, dass Cannabis nicht nur die rein berauschende Wirkung im Gehirn und den Gliedmaßen erzeugt, sondern auch bei schweren Leiden den Konsumenten Linderung bringt. Beispielsweise lindert der Wirkstoff THC Schmerzen,
schwächt Krämpfe ab, regt Appetit an und kann nicht zuletzt die Stimmung heben. Medizinisch wird Cannabis daher besonders bei Multipler Sklerose und Krebs angewandt. Nicht in Deutschland wohlgemerkt, denn jegliche Abgabe von THC ist hierzulande eine Straftat.
Nun kommt der FDP-Gesundheitsminister Rösler daher und holt Deutschland aus der Neid-Ecke heraus und bringt einen Gesetzesvorschlag ein, der die medizinische Anwendung von Cannabis in Deutschland erlauben soll. (Lies mal hier!) Wow, es tut sich etwas an der starren Legalisierungs-Front, wenn auch nur ein kleines Schrittchen.
Die Bundesdrogenregierungsbeauftragte Dykmans bezeichnet es zwar als einen wichtigen Schritt – aber eben nur für schwerstkranke Menschen, und das ist !gottseidank! nur eine kleine Minderheit.
Natürlich muss, so Rösler, eine eindeutige Diagnose vorliegen, bevor ein Patient die Freigabe bekommt, Cannabis in der Apotheke beziehen zu dürfen. Wie das in der Praxis vonstatten geht, wieviele unabhängige Gutachter man als Patient überzeugen muss, wieviele Amtsärzte man passieren muss, wurde noch nicht bekannt gegeben.
Auch muss ein Hersteller zuvor einen Antrag stellen, dass sein THC-haltiges Medikament zukünftig den betroffenen Patienten verschrieben werden darf. Dies verstehe ICH so, dass Cannabis lediglich als Bestandteil von pharmazeutischen Präparaten eingenommen werden darf, nicht aber in seiner natürlichen Form als Pflanze.
Herr Rösler machte diesen Vorstoß recht versteckt und ohne großes Tamtam. Quasi heimlich. Ist das ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen? Naja, wir wollen auch nicht SOFORT immer alles schlecht reden, nur weil es halt eben von der Regierung kommt. Freuen wir uns einfach zunächst, dass es der deutschen Spitzenpolitik anscheinend doch nicht gleichgültig ist, wie rückständig und borniert sie sich bislang mit ihrer Drogenpolitik darstellte. Freuen wir uns über dieses kleine Steinchen, das eine große, felsige Lawine lostreten können sollen werden würde müsste wird … wenn’s klappt.
Generell bin ich zwar gegen Kinderarbeit, auch und besonders wenn es um Ministerposten geht, aber dieser Rösler … ist ja vielleicht nicht komplett verkehrt.
Tags: Drogenpolitik, Blog, Cannabis, Deutschland, Drogen, Gesetz, Krebs, Legalisierung, Medizin, THC, Udopea






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