Apr 22

Ein afghanisches Sommermärchen

geschrieben von Norman

afghan incense 2

Es war einmal vor langer Zeit eine Kräutermischung namens SPICE, die von vielen Menschen geliebt und auch geraucht wurde. Ja, es war irgendwann kein Geheimnis mehr, dass sie geraucht wurde. Sie galt als Geheimtipp, fast schon als legales Haschisch, das frei auf dem Markt zu erwerben war. Doch es dauerte nicht lange und die böse Königin Sabine Bätzing schaltete sich ein, um dem Ganzen den Garaus zu machen. Gut, mit einem hatte sie Recht, niemand wusste, was wirklich in diesem Gemisch aus verschiedenen Kräutern und Honig steckte. Es war auch nicht gewiss, wo es wirklich herkam. Und so entfachte eine große Schlacht um die Herrschaft des SPICE.

So zogen einige Monate ins Land, bis es dann doch verboten wurde. Und das war sowas von klar, ist es doch bekannt, dass fast alles in Deutschland verboten wird, das Spaß macht. Das war aber nicht der eigentliche Grund, denn im SPICE wurde der Wirkstoff JWH-018 gefunden. JWH-018 ist ein ist ein Alkylindol-Derivat mit cannabinoidmimetischer Wirkung, das daraufhin verboten wurde. Ihm wurde eine THC-ähnliche Wirkung nachgesagt.

Am 15. Dezember 2008 wurde eine Studie veröffentlicht, in der JWH-018 als Bestandteil der als Räucherware verkauften Kräutermischung Spice gefunden wurde.

Als Pharmakon wurde JWH-018 ab dem 22. Januar 2009 in Deutschland durch Eintragung in die Anlage II des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) als ein verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft. Beschränkt auf ein Jahr ist somit jede Form der unerlaubten Herstellung, Handel und Besitz untersagt.

Quelle: Wikipedia

Nach diesem Verbot folgten einige Nachahmer, die auf der abflauenden SPICE-Welle mitschwimmen wollten, doch danach wurde es ruhig. Man hätte angenommen, dass es nach solch einem Verbot einen Massensuizid gäbe – wie damals nach der Trennung von “Take That”. Aber dieser blieb aus. Man nahm es hin, war SPICE doch nur eine vorüber gehende Modedroge. “Droge” klingt auch irgendwie sehr hochgestochen. Und wer kauft sich schon ein paar Gramm undefinierbares Kräutergemisch zu einem Straßenpreis von zwei Gramm (minderwertigem) Gras?

Vor einigen Tagen flatterte mir Werbung mit der elektrischen Hofpost ins Schloss. Ein Händler wollte für sein neues Produkt werden. AFGHAN INCENSE 2.

“Afghan Incense 2″ ist der neueste Kick, denn es beinhaltet kein JWH-018 und ist frei von chemischen Zusätzen. Es gibt zwei Varianten: Eine mit Hanfgeschmack und eine neutrale. Die Hanfversion beinhaltet eine kleine Menge THC (unter 0,01%, was in Deutschland und Italien legal ist). Der Hersteller schreibt auch, dass diese Menge THC natürlich zu keiner psychotropischen Wirkung reicht. Deshalb gehe ich davon aus, dass es nur enthalten ist, um den Geschmack und die Werbetrommel zu beeinflussen.
Diese Mischung soll aussehen wie echtes Haschisch, sich auch so anfühlen und verarbeiten lassen. Derzeit ist es nur für Großhändler erhältlich und hat einen Kilopreis von knapp 5000 Euro. Ein stolzer Preis für ein Kügelchen Hasenkot.

Einen Absatz tiefer lese ich plötzlich, dass es auf Anfrage ebenfalls mit JWH-018 hergestellt werden kann, man soll die Firma einfach ansprechen und falls es Probleme mit dem Zoll geben sollte, könnte man auch ein wenig tricksen. Wie niedlich, dass die Hersteller sowas anbieten. Es würde mich nicht wundern, wenn das sofort die neue Böse Königin Mechthild Dyckmans auf den Plan ruft.

Auf einigen Seiten las ich, dass “Afghan Incense 2″ die Raumduftfanatiker für knapp 1,5 Stunden ins Wunderland teleportierte und sie darauf schwören, dass es besser als richtiges Haschisch sei, was ich für einen Trugschluss halte.
Wie dem auch sei, es scheint, als wenn “Afghan Incense 2″ noch nicht überzeugen konnte und es wird auch vorerst nicht in unser Programm aufgenommen.

Kauft euch lieber vernünftiges Räucherzubehör aus unserem Sortiment, damit seid ich ihr besser aufgehoben.


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Apr 21

Jack Herer ist tot

geschrieben von Juwie

udopea blog 220410b Jack Herer ist totVielleicht hat es jemand von Euch bemerkt, dass seit dem 15. April um Viertel nach Elf die Welt eine winzig kleine Nuance weniger farbig ist. So, als würde man in einem Bildbear-beitungspro- gramm
einen klitzekleinen Tick die Sättigung verringern. Vielleicht hat es jemand von Euch bemerkt, denn seit diesem Zeitpunkt lebt Jack Herer nicht mehr.
Wer in den 80er Jahren mal am Venice Beach in Los Angeles war, der kannte ihn sicherlich, den Mann, der beinahe jedes Wochnende an der Strandpromenade Leute ansprach, oder sich ansprechen ließ, um die Wahrheit über die verleumdete Pflanze Hanf zu verbreiten.
Das war Jack Herer. Ein New Yorker, geboren im Jahr 1939. Seine Karriere begann als Reisevertreter für Leuchtreklame und sein Weltbild war konservativ. Und natürlich war alles, was nach Drogen roch, absolut Tabu.
Erst die Liebe zu einer Frau brachte ihn auf den richtigen Weg. Wir Männer brauchen ja oft die Liebe zu einer Frau, um aus unserem Schneckenhaus zu kriechen. Jack Herer wollte seine (zu dem Zeitpunkt schon zweite) Frau nicht verlieren und wagte es, seine Prinzipien über Bord zu werfen. Er probierte “Acapulco Gold”, weil diese Frau es ihm anbot. Und das war der Moment, als aus einem Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer der weltweit meist beachtetste und respektierteste Hanf-Aktivist wurde.
Er baute regelmäßig seinen Infostand an besagtem Venice Beach auf, was verboten ist, und ging dafür wochenlang in den Knast. Dort wiederum hatte er die nötige Ruhe, Fakten und Unterlagen zum Thema Cannabis zu einem Buch zusammen zu stellen. “The Emperor Wears No Clothes” wurde geboren. Das in Deutschland unter dem Titel
“Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” erschienene Buch wurde zur Hanfbibel und sein Autor, Jack Herer, wurde zum “Emperor Of Hemp”, zum “Kaiser des Hanf”.
Er verbrachte sein ganzes weiteres Leben damit, dem Verbot von Marihuana den Kampf anzusagen, die Menschen über diese wunderbare Nutzpflanze aufzuklären, ihrer Verteufelung als gefährliche Droge entgegen zu wirken und sie zu legalisiseren.
Viele Erolge sind seiner Unermüdlichkeit zu verdanken, z.B. die Freigabe von medizinisch genutztem Marihuana in Kalifornien. Weitere US-Bundesstaaten folgten. Bis zum Schluss war sein Kampfgeist und Enthusiasmus für die Freigabe von Hanf ungebrochen. Im September letzen Jahres brach er direkt nach einem Vortrag beim “Hempstalk” in Oregon hinter der Bühne zusammen und erlitt seinen zweiten Herzinfarkt, an dessen Spätfolgen er am 15. April diesen Jahres im Alter von 70 Jahren verstarb.


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Apr 16

Ganja Smoka!

geschrieben von Juwie

udopea blog 160410 Ganja Smoka!Steff sagt: “Schreib doch mal was zu Mucke …”
Aber was soll ich DAZU schreiben? Es kommt alles, was gesagt werden muss, im Text vor.
Hear here!

Danke Steff! :-)


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