Das Höchste in so einem armseligen Politikerleben ist es ja, als Bundesminister – oder gar NOCH Höheres wie Kanzler/in und Präsident/in - in Berlin zu arbeiten. Lange Zeit habe ich gedacht, dieser starke Wunsch enspringe einer Macht- und Geltungssucht, die diesen sogenannten Spitzenpolitikern innewohnt. Aber ich denke inzwischen, ich habe mich geirrt. Der Grund, warum diese Leute unbedingt nach Berlin wollen, ist nicht, weil Berlin das Zentrum der Macht ist, sondern weil in Berlin die Obergrenze von straffrei mit sich zu führendem Hasch und Cannabis höher liegt als anderswo.
Dieser komplizierte Satz- und Wortbau bedeutet nichts anderes, als dass man in Berlin mit mehr Gras in der Tasche erwischt werden kann und nicht strafrechtlich verfolgt wird, als zum Beispiel in Karlsruhe, einem der beiden Frankfurz oder Neuharlingersiel.
Wie das? Na, wie alle wissen, wird seit einigen Jahren der Besitz von geringen Mengen Cannabis und Cannabisprodukten zum Eigenbedarf nicht verfolgt und bestraft. Das war 1994 eine bundesweite neue Regelung. Wieviel nun aber eine “geringe Menge” ist, das zu entscheiden liegt in Länder-Hand.
Also variiert das auch von Bundesland zu Bundesland. Meist liegt die Grenze bei 6 Gramm, manchmal bei 10 Gramm und in Berlin nun schon bei 15 Gramm.
Das macht Berlin als Lebensmittelpunkt (nicht Lebensmittel-Punkt, sondern Lebens-Mittelpunkt) doch mal recht attraktiv. Nicht nur für Künstler und Lebenskünstler, auch für Kiffer.
In Niedersachsen z. B. liegt die straffreie Obergrenze bei 6 Gramm. Niedersachsen ist da ganz streng. Kein Wunder also, dass Christian Wulff unbedingt nach Berlin wollte, der alte Hippie, der …
Die besonders hohe Obergrenze von bis zu 15 Gramm (es bleibt ein Ermessensspiel- raum…) sei angeblich der Partei “Die Linke” zu verdanken, die sich für eine freiere Drogenpolitik und für Kifferrechte stark gemacht haben soll.
Nun, um den Kreis zu schließen: Dass Herr Wulff tatsächlich nach Berlin gekommen ist, ist auch ausschließlich der “Die Linke” zu verdanken, die sich damit gegen Bürgerrechte und gegen freie Stasi-Aufklärung stark gemacht hat, indem sie den SED-Gegner Gauck ablehnte.
Muss ja mal gesagt werden.
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