
Hallo, ich kann mich schon wieder nicht beherrschen und schreibe mal wieder einen Gastbeitrag. Da ich regelmäßig den Blog hier lese und manchmal auch die von Juwie netterweise angegebenen Links anklicke, kann ich mich vor lachen kaum noch halten. Diese neue Bundesdrogenbratze ist der absolute Hit! Dieser Live-Chat neulich, einfach köstlich. Auf die Frage ob sie denn irgendwelche Erfahrungen habe, die sie für das Amt der Bundesdrogenbeauftragten qualifizieren, antwortet Frau Mechthild Dummschwätz doch tatsächlich, dass es doch nicht unbedingt nötig sei, Erfahrungen mit Drogen zu haben, um sich über “Suchtmittel” ein Urteil zu erlauben. Schließlich muß man ja auch niemanden umbringen, um zu wissen, dass Mord eine Straftat ist (wirklich, hat sie so von sich gegeben, könnt ihr in dem Chat nachlesen). Etwas stutzig gemacht hat mich die Formulierung “ein Urteil bilden”, also auf Abgeordnetenwatch nachgeschaut. Hechtmild Dyckmann war doch tatsächlich früher Richterin. Naja, noch so am Rande erwähnt, Frau Drogentussi hat sich bei der Abstimmung über die legale Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige ihrer Stimme enthalten. Das lag sicher daran, dass die FDP zu der Zeit noch nicht an der Regierung war und Mechthild nicht im Traum daran gedacht hat, mal Bundesdrogentussi zu werden. Zu ihren ersten Amthandlungen gehörte die Bestätigung des Verbotes von einigen künstlichen Cannabinoiden und gleichzeitig die Meldung, dass der Konsum von Spice unglaublich zurückgegangen ist. Die gute Frau hat scheinbar noch nie was von Scope, Chill, Forrest Humus, usw. gehört. Fast jede Woche eine neue Mischung. Ähnlich dämlich wäre es nach einem Verbot von Holsten Pilsener, den rückläufigen Konsum von Holsten Pilsener zu feiern, weil die Holstentrinker vielleicht auf Astra, Warsteiner oder ein anderes noch legales Ausweichprodukt umgestiegen sind. Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich klarstellen, dass ich das Verbot dieser künstlichen Cannabiniode richtig finde, nur mit diesem dusseligen Verbot ist absolut nichts erreicht worden. Nochmal zurück zu diesen Einstandschat von Mechti: Auf den Hinweis, ob denn eine Legalisierung von Cannabis den Verbraucher vor gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen besser schützen könnte, kam doch tatsächlich dieser dämliche Spruch, den ich schon Bienchen Bätzing übelgnommen habe, der beste Schutz sei es, dieses Suchtmittel gar nicht erst zu nehmen. Also, mein erster Eindruck von unserer neuen Bundesdrogenbeauftragten ist, wie oft in meinen Leben, schlimmer geht’s immer. Nicht nur von der Optik ein dramatischer Abstieg, auch von der Grundeinstellung her, sollte man von dieser Frau nur das Schlimmste erwarten.
Jetzt was anders, nämlich Datenschutz. Da hat einer Daten geklaut. Daten von Steuerhinterziehern. Ein Aufschrei der Entrüstung geht durch Deutschlands Medienlandschaft. Denn diese Daten sind der Bundesregierung zum Kauf angeboten worden. Irgendwie hat ein Insider diese Daten beiseite geschafft, dieser Insider wird in der Bankenbranche sicher nie wieder einen Job kriegen, also kann er Geld sicher gut gebrauchen. Er will 2.500.000 € für diese Daten haben, mit denen angeblich Steuerhinterziehungen in Höhe von mehr als 100.000.000€ nachgewiesen werden können. Was ich dabei so lustig finde, ist die Tatsache, dass die Leute, die in diesem Fall von staatlicher Hehlerei und ähnlichem Unfug reden, scheinbar schon wissen, wessen Daten auf diesert CD sind. Höchstwahrscheinlich ihre eigenen oder die ihrer besten Kumpels oder Amigos. Ich frage mich ernsthaft und finde es im höchsten Maße lächerlich, wenn Medien in diesem Fall von Datenschutz reden. Steuerhinterziehung ist ein Verbrechen und wenn jemand zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen kann und dabei selber etwas Kriminelles gemacht hat, sollte man die Kronzeugenregelung anwenden. Glaubt irgendjemand in diesenm Land, das die Justiz auch nur eine zehntelsekundelang zögern würde, wenn ihr jemand die Daten von 1.500 Kinderschändern oder Mördern anbieten würde, diese zu kaufen und zu verwenden. Der richtige Brüller bei diesem Geschwafel ist aber, dass das Europaparlament dem, ich glaube das Ding heißt SWIFT-Abkommen, zugestimmt hat oder dieses Abkommen in Kraft getreten ist. Es geht dabei darum, das alle Finanztransaktionen von Bürgern der EU mit nicht EU-Ländern, direkt an die CIA weitergeleitet werden. Zur Terrorbekämpfung!
Es gibt auch was Neues von Deutschlands beliebtesten Feindbild. Der Mißbrauch von Hartz IV nimmt zu. Die Prozentzahlen um wieviel der Mißbrauch zugenommen hat, kann man auf diversen Internetseiten nachlesen. Auf alle Fälle, führte dieser Mißbrauch dazu, dass durch Strafen und Rückzahlungen 3.700.000€ eingetrieben wurden. Bei derzeit 6.400.000 Hartz IV Empfängern macht das so ungefähr 0,60€ pro Hartz IV Empfänger. Ich konnte leider nirgendwo finden, was der Schnüffel-, Kontroll- und Verwaltungsapperat, der zu der Einnahme dieser 3.400.000€ geführt hat pro Jahr kostet.
So, genug für heute. Bis bald und schönen Tag noch, Hinkelbauer.
Mal was anderes: TV-Tip Freitag 05.02.2010 um 21:40 ” Cannabis ” auf ARTE
Tags: Allgemein,
Drogenpolitik,
Gastbeiträge,
Blog,
Bätzing,
Cannabinoide,
Cannabis,
Chat,
datenschutz,
Deutschland,
Drogen,
Drogenbeauftragte,
Heroin,
Humus,
Kriminelle,
Spice,
Sucht,
Verbot
Was Dich bewegt